Wir entdecken den Kubismus

Messkircher Goldösch-Schüler entdecken den Kubismus

 

  • Jungen und Mädchen bereiten eine Ausstellung vor
  • Bauhof unterstützt die jungen Künstler

 

Bildbeschreibung: Die Künstlerin Carola Riester (von rechts) betrachtet zusammen mit Emily und Pietro von der Goldösch-Schule die Bilder der ersten Gruppe ihrer Schule. | Bild: Isabell Michelberger

 

 

In dem historischen Gemäuer mit wuchtigen Holzbalken und dicken Mauern herrscht eine kreative Fröhlichkeit. Schülerinnen und Schüler der Meßkircher Goldösch-Schule haben mit Papier, Farben, Scheren und Stiften Einzug im ehemaligen Notariat gehalten, einem Teilgebäude des Meßkircher Schlosses. Hier wurden einst wichtige Schriftsätze erstellt und vorgelesen. Jetzt setzen dort jungen und Mädchen unter der Leitung der Künstlerin Carola Riester aus Rohrdorf ihre Eindrücke um, die sie beim Besuch der Ausstellung „Drei Malerfreunde von der Oberen Donau“ in der Kreisgalerie gewonnen hatten.

 

 

Freundschaft wird thematisiert

 

 

In Anlehnung an die drei Malerfreunde Gottfried Graf, Alfons Wirth und Albert Mueller steht bei den Schülern das Thema Freundschaft im Vordergrund, weshalb sie ihre Ausstellung, die am 27. Januar, um 15 Uhr im Turmzimmer eröffnet wird, „Kunstfreude durch Kunstfreunde“ nennen.

 

Die Unterstufen-Schüler zeichneten, was sie auf Künstlerporträts wahrnahmen, oder sie zeichneten sich gegenseitig. Auf einem Bild, welches das Selbstporträt von Albert Mueller als Vorlage hatte, besitzt der Kopf lediglich ein Auge. „Das zweite Auge liegt so sehr im Schatten, dass die Schülerin es nicht gesehen hat“, erklärt Carola Riester. Dafür ist die Nase markant dargestellt, die Haarsträhne, die in die Stirn fällt, sowie das Schwarz der Krawatte.

 

Emily (links) und Jacquelin bemalen die Figur, die sie auf die Spanplatten gezeichnet haben. Bauhofmitarbeiter schneiden die Figuren dann aus. | Bild: Isabell Michelberger

 

„Während dem Porträtieren haben wir viel über die emotionale Seite der Ausstellung geredet“, beschreibt Carola Riester. „Wir haben über Freundschaft gesprochen und darüber, dass Alfons Wirth im Krieg gefallen ist.“ Die Idee zu diesem Projekt erhielt die Künstlerin in der Kreisgalerie Tuttlingen, die ein spezielles Kinderprogramm im Sommer anbot. „Es ist spannend zu sehen, was während dem Malprozess passiert und was die Kinder und Jugendlichen anspricht“, fügt sie an.

 

Während beispielsweise die wenigen Aktbilder eher eine abstoßende Wirkung gehabt hätten, hätte der Kubismus Begeisterung hervorgerufen. Doch die Umsetzung hatte ihre Tücken, denn dafür mussten die eigenen Bilder zerschnitten werden, um die Einzelteile danach frei neben-, über- und untereinander zusammenzusetzen. „Ein Junge hatte ganz große Hemmungen, sein Bild zu zerschneiden“, erzählt Carola Riester. Erst als sein Freund ohne Zögern sein Bild in Teile zerlegte, habe er sich überwinden können, die Schere anzusetzen.

 

 

 

Das Selbstporträt von Albert Mueller bildete die Vorlage für Delia. Sie zeichnete das, was ihr auffiel. | Bild: Isabell Michelberger

 

Die Großen durften sich an Großformatiges wagen. Sie zeichneten gegenseitig ihr Ganzkörperprofil auf Spanplatten. Diesen Umrissen gaben sie mit Form und Farbe Leben. Die Männer vom Meßkircher Bauhof waren bei der Vorarbeit eine riesige Hilfe. Nicht nur dass sie den Boden zum Schutz abgeklebt hatten, sie schleppten auch die großen Platten in das ehemalige Notariat. Sind die Figuren von einer Seite bemalt, schneidet sie der Bauhof aus, sodass die Schüler auch die Rückseite bunt gestalten können. Für die Ausstellung bekommen diese Arbeiten ein kleines Standbein, sodass sie mitten im Raum platziert werden können.

 

 

Vernissage am 27. Januar

 

 

Pietro umgibt, passend zur Jahreszeit, die Schuhe seiner Figur mit Deckweiß. „Für mich male ich auch; gerne Züge und früher Comics“, erzählt der Elfjährige. Jacquelin und Emily arbeiten zusammen an einer Figur, die nach den Umrissen von Emily entstand. „Ich finde das Projekt cool“, erklärt Viviana. Ihr haben die bunten Bilder in der Ausstellung am besten gefallen. Auch sie malt gerne zu Hause. Aber es sei schön, mit anderen zusammen zu malen. Da komme man auf neue Ideen.

 

Die Vernissage ist am Sonntag, 27. Januar, um 15 Uhr, im Turmzimmer des Schlosses. (Text entnommen aus dem Südkurier)