Erfolgreiche Gebrauchtwarenbörse

 (von links): Sigrid Weißhaupt, Leiterin der Förderschule, Anita Schönberger aus Rohrdorf, Sieglinde Danner aus Meßkirch und Irina Rebholz aus Worndorf.
Die Mitorganisatorinnen freuten sich über die vielen Besucher. Bild: Sandra Häusler

 

Premiere für Gebrauchtwarenbörse


Die Mennonitengemeinde und die Goldösch-Schule Meßkirch organisierten zum ersten Mal eine Gebrauchtwarenbörse in der Stadthalle. Die Besucher zahlten Eintritt und konnten dann kostenfrei mitnehmen, was sie gebrauchen können.
Viele gut erhaltene, funktionsfähige Gebrauchtwaren sind abgegeben und von anderen dann wieder mitgenommen worden.

Das soziale Projekt wurde am Samstag, den 16.April ab 9:00 Uhr in der Stadthalle von der freikirchlichen Mennonitengemeinde Meßkirch in Zusammenarbeit mit der hiesigen Goldösch-Schule und der Stadt organisiert.

 

 

 

 

 

 

 

Stadthalle Meßkirch: Gebrauchtes findet reißenden Absatz

 

Während die Helfer schon im Vorfeld vieles als Müll aussortieren, finden noch immer ausreichend Waren den Weg auf die Tische – und von dort zu neuen und glücklichen Besitzern.
Erstmals in ihrer Geschichte hat die Stadthalle eine Gebrauchtwarenbörse beherbergt. Die Börse wurde von der freikirchlichen Mennonitengemeinde Meßkirch in Zusammenarbeit mit der hiesigen Förderschule und der Gemeindeverwaltung organisiert. Der Erlös der Veranstaltung geht an die Oberstufe der Förderschule Meßkirch, deren Schüler sich mit dem Verkauf von Brezeln, Getränken, Kaffee und Kuchen in die Veranstaltung einbrachten. Die rund 30 Helfer der Gebrauchtwarenbörse kamen aus den unterschiedlichen Kirchengemeinden. Die Stadt stellte die Stadthalle kostenfrei zur Verfügung, die Entsorgung der übrig gebliebenen Waren übernahm anschließend der städtische Bauhof.
Trotz Regens wartete eine große Besuchermenge vor der Stadthalle auf die Öffnung. Rund 350 Erwachsene und 50 Kinder machten sich auf die Suche nach gut erhaltenen, funktionstüchtigen Gebrauchtwaren. Fotodrucke, Spiegel, Bilder und Rahmen lehnten an den Wänden. Auf langen Tischreihen waren die Gebrauchtwaren nach Kategorien wie Glas, Tisch- und Bettwäsche, Elektroartikel, Spielwaren, Haushaltswaren oder Bücher sortiert. Bei den Büchern fanden sich aktuelle Romane neben Sprachkursen und Bibeln. Zusehends leerten sich die Tische, während die Helfer die Waren stetig zusammenrückten.

„Es ist gigantisch“, beobachtete Helmut Geng, der Hausmeister der Stadthalle Meßkirch, das Geschehen von der Empore aus. „Viele Leute haben reinen Müll gebracht, den haben wir gleich entsorgt. Wir sind aber auch von der Menge des Gebrachten überrascht worden“, berichtet er über die Annahme der Gebrauchtwaren am Freitagnachmittag. „Wir waren am Freitag mit 25 bis 30 Helfern bis um 22 Uhr dabei, zu sichten, zu sortieren und auf die Tische zu legen. Danach waren wir alle platt. Es waren teilweise gute Sachen dabei, manches sogar noch originalverpackt“, erzählt Helfer Ralf Danner.
Jonas Harsch, Klassensprecher und Schulsprecher der Förderschule, kassierte Eintritt, der bei 4 Euro pro Erwachsenem und einem Euro für Kinder lag. Dafür durften sie dann so viele Waren mitnehmen, wie sie wollten. „Für das erste Mal der Gebrauchtwarenbörse in Meßkirch ist es sehr überzeugend, wie viele Menschen gekommen sind“, freute sich Harsch. Der Erlös soll für eine Klassenfahrt der Oberstufe verwendet werden. „Es ist gigantisch, was da los ist“, ist auch die Schulleiterin der Förderschule, Sigrid Weißhaupt, beeindruckt. Martin Schnegg, Pastor der Mennonitengemeinde Meßkirch, hat sich auch mit ein paar Kleinigkeiten eingedeckt. „Es sind schon einige gute Sachen da. Unglaublich, wie viele Waren gestern kamen“, ist auch er fasziniert von dem lebendigen Treiben in der Stadthalle.
Die Gebrauchtwarenbörse lockte nicht nur Meßkircher Bürger an, sondern auch Gäste aus der ganzen Region. Ulrike Beck aus Holzach suchte nach Spielsachen für die Kinder, Büchern und Haushaltsartikeln. Sie lobte: „Die Gebrauchtwarenbörse ist eine gute Sache, mit der allen geholfen ist.“

 

Gebrauchtwarenbörse Meßkirch: „Für dieses Projekt brauchen wir mehr Helfer“

Sieglinde Danner ist eine der Mitorganisatorinnen der ersten Gebrauchtwarenbörse. Sie ist Mitglied der Mennonitengemeinde in Meßkirch.

Wie waren Sie mit der ersten Gebrauchtwarenbörse in Meßkirch zufrieden?
Wir waren überwältigt von den Unmengen gut erhaltener Waren und die enorm gute Annahme des Angebots in der Bevölkerung. Sehr beeindruckt hat uns die gute Zusammenarbeit mit der Stadt, vertreten durch Hausmeister Helmut Geng und den hochmotivierten Schülern und Lehrern der Förderschule Meßkirch. Dankbar sind wir auch für die Brezel-Spende der Bäckerei Neher.
Gibt es etwas, das künftig verbessert werden könnte?
Der große Ansturm am Freitag, mit dem wir gar nicht gerechnet hatten, überforderte uns kräftemäßig. Ein solches Projekt braucht noch viel mehr Helfer. Leider mussten wir im Vorfeld schon angelieferten Müll aussortieren.
Wie wird der Erlös der Gebrauchtwarenbörse verwendet?
Der Gesamterlös geht als Spende an die Oberstufe der Förderschule Meßkirch.
Ist eine Wiederholung geplant?
Nach so viel positiver Rückmeldung der Besucher sind wir sehr motiviert.

Text aus Südkurier vom 19.04.2016